Was kommt auf die Löffelliste? Auf jeden Fall „Eis, Eis, Baby“!

„Das sollte wirklich jeder mal gemacht haben“, lautet der letzte Satz des Kapitels „Eis, Eis, Baby!“ aus meinem Buch „Löffle dein Leben“, in dem ich von dem Erfüllen meiner Löffelliste erzähle – und auch, wie ich dabei dem Mann meines Herzens begegnete. Eines habe ich in dieser Zeit gelernt: Löffellisten-Ziele müssen weder teuer noch exotisch noch furchtbar mutig sein. Manchmal reicht es, Eis zu bestellen – nämlich dann, wenn du dabei ungewohnte Wege gehst und dich auf Neues einlässt.

Schon als Kind habe ich mir beim Gang zu meiner Lieblingseisdiele immer wieder vorgenommen, mal eine andere Eissorte zu probieren als meine Dauer-Favoriten Schokolade, Vanille oder Stracciatella. Und jedes Mal, wenn ich vor der Eistheke stand, dachte ich mir: „Ach, ich nehme doch lieber das Übliche. Das kenne ich und das schmeckt mir.“ Anschließend ärgerte ich mich über mein Kneifen und die gewohnten Sorten schmeckten nur halb so gut – ja, ich ärgerte mich über mich selbst, weil ich es nicht geschafft hatte, über meinen Schatten zu springen und etwas Neues auszuprobieren.

Wir Menschen sind nun mal Gewohnheitstiere. So blieb auch ich aus Angst, dass mir die anderen Eissorten nicht schmecken würden, beim Gewohnten und vermied damit, am Ende enttäuscht zu sein, weil ich nicht das Übliche – Schokolade, Vanille oder Stracciatella – bestellt hatte. Dabei hätte mir eine andere Eissorte womöglich viel besser schmecken können als Schokolade, Vanille und Stracciatella. Vor allem aber wäre ich über meinen Schatten gesprungen und hätte mich selbst neu erleben können.

Eine Löffelliste lockt dich aus deiner Komfortzone

Es war schlichtweg eine alte Gewohnheit, immer dieselben Eissorten zu bestellen, und damit habe ich mich selbst vor neuen Erfahrungen abgehalten. „Unsere Gewohnheiten bauen auf unserem natürlichen Bedürfnis nach Ordnung und Struktur auf und sind deshalb vollkommen berechtigt“, schreibt Bettina Belitz in ihrem Ratgeber „Dein Seelenklang“. Bettina sagt aber auch: „Gewohnheiten können jedoch zum Gefängnis werden und unsere Entwicklung behindern – und sie können Energien blockieren. Das gilt gleichermaßen für unsere Handlungen wie auch für unsere Gedankenmuster.“

Ich geben es zu – ich bin ein Gewohnheitsmensch. Meistens bin ich mich völlig festgefahren in meinem Alltag, finde Routine angenehm und sicher und Neues erst einmal beängstigend. Etwas Neues auszuprobieren, wird von mir meistens direkt abgelehnt. Im Sinne von: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ Ich finde, der Spruch passt perfekt zu diesem Blogartikel.

Doch mit meiner Löffelliste habe ich mich selbst aus meiner Komfortzone gelockt – und das kannst du auch tun, ohne viel Geld, ferne Reiseziele oder einen Fallschirmsprung.

So kam auch ich beim Erstellen meiner Löffelliste auf die Idee, alle Eissorten, die in einer Eisdiele angeboten werden, zu probieren. Damit würde ich meine üblichen Eissorten – Schokolade, Vanille und Stracciatella – im Becher haben wie auch jene Eissorten, die ich immer hatte bestellen wollen, aber es nie getan hatte. Es war ein Kompromiss, mit dem ich mich selbst liebevoll austrickste. Zwar würde ich dabei meiner Gewohnheit nachgeben, aber gleichzeitig auf etwas Neues einlassen.

Ich setzte mir dieses Ziel auf meine Löffelliste – und ja, es war sicherlich nicht so schwierig oder kompliziert, dass man es sich aufschreiben müsste. Hätte es nicht ausgereicht, wenn ich sie einfach im Kopf gehabt hätte, wie auch meine anderen Ziele?

Warum du deine Ziele unbedingt aufschreiben solltest

Heute weiß ich, dass das Aufschreiben der Ziele extrem wichtig war. Denn wenn wir unsere Gedanken und auch unsere Gefühle niederschreiben, setzen wir uns auch aktiver mit diesen auseinander. Wir kommen uns selbst dadurch näher, denn wir machen uns bewusst, was uns antreibt. Es steht dann sozusagen Schwarz auf Weiß auf Papier. Der Gedanke wird nochmal visuell von uns wahrgenommen, sodass wir ihn nicht so leicht vergessen können und er prägt sich besser ein.

Auch Bettina rät in ihrem Ratgeber „Dein Seelenklang“, kleine Dinge des Alltags kreativ umzuwandeln: „Unser Gehirn bekommt dadurch neue Reize und wird für die inneren Veränderungen wachgekitzelt. Wir selbst erleben uns in diesen alltäglichen Kleinigkeiten ebenfalls anders als vorher, was Herzen äußern und manchmal auch Widerstände hervorlocken kann.“

Als ich meine Idee oder auch mein Lebensziel schließlich in die Tat umsetzte, war ich begeistert: Das Erdbeereis war ja grandios! Ich hätte mir dieses Geschmackserlebnis schon viel früher gönnen sollen. Mein Gaumen wurde regelrecht wachgekitzelt. Das hätte ich vielleicht niemals herausgefunden, wenn ich mir dieses Ziel nicht auf meine Löffelliste geschrieben hätte.

Daher kann ich nur raten: Es sollte sich wirklich jeder das Ziel setzen, alle Eissorten, die in einer Eisdiele angeboten werden, zu probieren! Wenn du gar kein Eis magst, dann kannst du dieses Experiment natürlich bei anderen kulinarischen Köstlichkeiten machen – zum Beispiel bei Schokolade, Puddings oder Säften. Schau mal bewusst in die Regale im Supermarkt. Du wirst überrascht sein, wie viele Fruchtsäfte es gibt, die du noch nie probiert hast, weil du sie aufgrund deiner Gewohnheiten gar nicht bemerkt hast!

Ziele Löffelliste: Beginne mit kleinen Schritten

Was kommt auf die Löffelliste? Du siehst – die Ziele müssen weder teuer noch ausgefallen sein, um dein Leben mehr Fülle zu verleihen. Wichtig ist, dass wir damit die gewohnten Pfade verlassen. Mir hat mein Eis-Experiment gezeigt, wie leicht das möglich ist, wenn man sich mal dazu entscheidet, und ich habe mir damit die Türen für andere Ziele meiner Liste geöffnet, die vorher noch verschlossen gewesen waren.

Deshalb: Setze niemals zu viele hohe Ziele auf deine Liste und fang mit kleinen Schritten an, die nicht viel Zeit und Geld kosten und im normalen Alltag untergebracht werden können. Es lohnt sich!

Wenn du die ganze Geschichte von meinem Eis-Experiment nachlesen möchtest, lege ich dir mein Buch „Löffle dein Leben“ ans Herz – in der Hoffnung, dass es dich dazu inspiriert, dich neu zu entdecken und genau so viele wundervolle Erfahrungen zu machen wie ich.

Danke fürs Lesen und viele schöne Erlebnisse mit deiner Löffelliste, deine Lea

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