Reinkarnation – Rückführung in mein früheres Leben

„Du bist doch meine kleine Kräuterhexe“, teilt mir mein Mann bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit. Und dann lachen wir beide. Mit meinen duzenden Kräuterbüchern und meinem Kräutergarten komme ich mir manchmal wirklich vor wie eine Hexe. Fehlt nur noch die Warze auf der Nase.

Die erste Berührung mit meinem früheren Ich

Ich erinnere mich noch daran, als ich ein Kind war und mit meinem Bruder im Wald spielte. Mein Bruder war auf dem trockenen Laub ausgerutscht und der Länge nach hingefallen. Dabei hatte er sich die Hand aufgeschürft. Er hatte zu weinen angefangen und wollte nach Hause. Daraufhin hatte ich mir seine Hand geschnappt, kurz angeschaut und gesagt: „Ich kann dir helfen.“

Ich hatte mich im Wald umgeschaut und hatte aus dem Boden etwas Grünes wachsen gesehen. Was es war, kann ich heute nicht mehr sagen. Ich weiß nur, dass ich das Grüne gepflückt und auf die wunde Hand meines Bruders gelegt hatte.

„Lea, das brennt„, hatte mein Bruder schmerzverzerrt gerufen.

Das muss brennen, damit es heilen kann„, hatte ich ihm geantwortet, als hätte ich gewusst, wovon ich sprach. In Wahrheit hatte ich keine Ahnung. Aber tief im Inneren war ich mir sicher und völlig überzeugt, dass diese Pflanze ihm helfen würde.

„Woher weißt du das?“, hatte Nils daraufhin gefragt.

Ich hatte mit der Schulter gezuckt, konnte es mir damals selbst nicht erklären. Bisher hatte ich mich nie mit Pflanzen befasst gehabt, – geschweige denn, hatte ich gewusst, dass es auch Pflanzen gab, die Wunden heilen konnten. Von zu Hause aus hatte ich gelernt, dass alle Pflanzen, die in der Wiese wachsen und keine Grashalme sind, Unkraut seien. Und das „Unkraut“ landete bei uns immer in der Biotonne.

Noch heute können mein Bruder und ich uns an diese Situation erinnern, denn die Pflanze hatte tatsächlich bewirkt, dass die Hand meines Bruders nicht mehr geschmerzt hatte. Eine Zeitlang hatten wir uns gefragt, woher ich hatte wissen können, dass diese Pflanze ihm helfen würde.

Heute glaube ich, dass dieses Wissen aus meiner früheren Reinkarnation stammen könnte.

Wer war ich in meinem früheren Leben?

Mit 18 Jahren habe ich mir auf meine Löffelliste als Lebensziel gesetzt, eine Rückführung in mein früheres Leben zu machen, und habe mir dieses Lebensziel auch erfüllt: Bei der Rückführung habe ich erfahren, dass ich in meinem früheren Leben eine weise Frau gewesen war, die sich mit Heilpflanzen und deren Rezeptur zur Heilung von Wunden ausgekannt haben soll. Wie die Rückführung im Detail abgelaufen ist, kannst du in meinem Buch „Löffle dein Leben“ nachlesen.

Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich eine solche Frau gewesen sein soll. Zwar hatte ich es mir erhofft – Wer hört auch nicht gerne, dass er im früheren Leben Menschen geheilt hat? – und suchte eine Verbindung zu dieser Frau, sah jedoch keinerlei Gemeinsamkeiten mit ihr. Ich stellte mir vor, die Frau aus meinem früheren Leben sei naturverbunden gewesen und hätte sich mit dem menschlichen Körper ausgekannt. Ich zeigte nicht mal in der Schule ein Interesse an den Fächern Biologie, Gesundheit und Chemie. Wie ein Mensch entsteht, was mit unserer Umwelt geschieht – all diese Themen waren für mich nicht wichtig. Ich mochte viel mehr die Fächer Mathematik, Deutsch und Wirtschaft. Zudem war ich auch eher ein Stubenhocker, als dass ich meine Zeit in der Natur verbrachte. Kurzum: Ich hatte mit der Natur und deren Heilkräfte wenig bis gar nichts am Hut.

Mir fielen aber auch Dinge ein, die ich mit meiner früheren Reinkarnation in Verbindung bringen konnte. Zum einem würde es erklären, woher ich als Kind hatte wissen können, dass meine aus dem blauen heraus gepflückte Pflanze die Verletzung meines Bruders heilen konnte. Zum anderen wollte ich als Kind immer eine Hexe sein. In manche Freundebücher hatte ich auch geschrieben, dass ich später – wenn ich groß bin – eine Hexen werden wollte.

Diese Dingen waren jedoch nur ein heißer Tropfen auf einem kalten Stein.

Und dann wurde ich zur Kräuterhexe

Als ich mit 19 Jahren zu meinem Mann in sein Elternhaus mit einem eigenen, großen Garten zog, lernte ich auch nach und nach etwas über Pflanzen, Blumen, Kräuter und Obstbäumen.

Am Anfang half ich meinem Schwiegervater und meiner Schwiegermutter bei der Obsternte. Wir pflückten die Früchte von den Bäumen oder lasen sie von der Erde auf. Wir machten sie in Gläser ein, machten Gelee oder Marmelade daraus und froren sie ein. Das machte mir so viel Spaß, dass ich kurze Zeit später selbst mein eigenes Gemüse anbaute. Auch meine Schwiegermutter, die sich sehr für die Natur interessiert, hat dazu beigetragen, dass ich mich mehr für die Natur interessiere: Sie erzählt mir oft von den verschiedenen Wildpflanzen, die im Garten wachsen, welche Heilkräfte sie haben und wie man sie am besten verwertet.

Dass viele Pflanzen – wie die Brennnessel, der Giersch, der Löwenzahn, das Gänseblümchen – kein Unkraut sind und in der Biotonne landen müssen, sondern dass wir sie verzerren können, fasziniert mich noch heute. Diese Faszination ist so groß, dass ich ein Regalfach nur mit Heilpflanzenbücher besitze.

Vor Kurzem habe ich ein Buch gelesen. Von einem Mann, der sich nach einer unheilbaren Krebsdiagnose nur noch von Wildkräutern ernährt hat und seinen Krebs mit der Ernährungsumstellung besiegen konnte. Durch das Lesen von Heilpflanzenbüchern habe ich gelernt, dass wir uns nicht immer Tabletten aus der Apotheke besorgen müssen, sondern wir können unsere eigene Medizin herstellen. Und das ganz einfach und so nah, ohne versteckte Chemikalien. Ich probiere regelmäßig neue Rezepte aus: Franzbranntwein habe ich selbst hergestellt, Salbeisirup gekocht, Schlüssselblumenwein angesetzt. Im nächsten Frühjahr möchte eine Salbe aus Spitzwegerich herstellen.

Die Reinkarnation bestärkt mich jeden Tag aufs Neue

Erst nachdem ich meine Erfahrungen über die Reinkarnation in meinem Buch „Löffle dein Leben“ niedergeschrieben hatte, wurde mir bewusst, dass ich nun doch eine Gemeinsamkeit mit dieser Frau habe, die ich in meinem früheren Leben gewesen sein soll. Seit ich zu meinem Mann gezogen bin und ihm in seinem Garten helfen durfte, interessiere ich mich für die Natur, deren pflanzlichen Erzeugungen und Heilkräfte – wie die Frau aus meiner Reinkarnation. Zwar heile ich keine Menschen, aber ich gebe mein Wissen immer an mein Umfeld weiter – und das ist auch eine Art von Heilung.

Seitdem mir diese Gemeinsamkeit bewusst geworden ist, denke ich sehr häufig – wenn ich durch unseren Garten oder durch den Wald spaziere – an die Frau, die ich in meinem früheren Leben gewesen sein soll. Sie bestärkt mich darin, dass ich auf die Kraft der Natur vertrauen kann. Dass die Pflanzen uns heilen können, wenn wir fest daran glauben. Und dass es Menschen gibt, die auch eine Heilkraft besitzen, die über jeglichen Verstand hinaus geht.

Sie ist von nun an immer ein Teil von mir.

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