Löffelliste gemeinsam erleben: Geteiltes Glück ist doppeltes Glück!

Natürlich habe ich meine Löffelliste in erster Linie für mich selbst angelegt. Doch die meisten Ziele erfüllte ich mir zusammen mit anderen Menschen, und dabei stellte ich immer wieder mit freudiger Überraschung fest, dass das damit verbundene Glück ansteckend ist. Durch meine eigene Erfüllung kamen auch meine Mitmenschen in ihre Fülle; selbst dann, wenn sie sich das zunächst gar nicht vorstellen konnten. So konnte das erste Lebensziel meiner Löffelliste, das ich mir erfüllt habe, nicht nur mich begeistern, sondern zu meinem größten Erstaunen auch meine Mutter.

Die erste Idee für meine Löffelliste basierte auf einem Kindheitstraum

Als ich sieben Jahre alt war, fragte mich meine Mutter, ob ich gerne Ballettunterricht nehmen würde. Ich sagte sofort zu, denn ich wollte unbedingt Ballett lernen. Schon damals fand ich diese klassische Form des Tanzens wunderschön; besonders die Ballerinas wirkten so anmutig, zart und zerbrechlich auf mich, als würden sie einem Märchen entstammen.

Als Kind nahm ich Ballettunterricht – und wollte Ballerina werden.

Ich wollte auch so anmutig tanzen können, einen Tutu tragen und auf der Bühne stehen. Somit meldete meine Mutter mich in einer Ballettschule an.

Natürlich lernte ich in den ersten Jahren zuerst „nur“ die Grundschritte. Das war für mich sehr enttäuschend, denn ich hatte mir als Kind das Balletttanzen anders vorgestellt. Zwar hatte ich ein Tutu tragen dürfen und ab und an hatte ich auch auf einer Bühne gestanden, aber so wie die Erwachsenen hatte ich nie das Tanzen gelernt: Ich wollte Pirouetten drehen, ein Spagat in der Luft machen und auf Spitzenschuhen mit einem Mann tanzen.

Daher hatte mich der Ballettunterricht nie so erfüllt, wie ich es mir erhofft hatte. Ich ging immer weniger gerne dorthin und als später noch ein Lehrerwechsel bevorstand, hörte ich im Alter von 13 Jahren ganz auf.

Doch meine Faszination für das Ballett blieb.

Lebensziel erfüllt – und dabei einen anderen Menschen begeistert

Als ich mir meine Löffelliste anlegte, war für mich ganz klar: Ich wollte mir unbedingt nochmal eine Ballettaufführung ansehen. Die Ballettshows, die ich mir im Rahmen der Ballettschule hatte ansehen dürfen, waren inzwischen nur noch verblasste Erinnerungen.

Meine Begeisterung für das Ballett blieb immer bestehen.

Meine Mutter, die von meinem Lebensziel wusste, schenkte mir daraufhin zum Geburtstag zwei Karten zu der Ballettaufführung „Schwanensee“.

Mir war sofort klar, dass ich sie als Schenkerin mitnehmen würde; schließlich hatte sie mir damals meinen Ballettunterricht ermöglicht. Ich freute mich unbändig auf den Abend. Meine Mutter eher weniger, wie ich allerdings erst später erfuhr.

Es war keine kleine Bühne, auf der die Tänzer den „Schwanensee“ vorführten, auch das Publikum war nicht sonderlich groß, aber das spielte für mich keine Rolle. Der Tanz faszinierte mich von der ersten Sekunde an. Als die erste Pause eingeläutet wurde, schnappten meine Mama und ich frische Luft. Dort gestand sie mir: „Das ist so schön. Das hätte ich nie erwartet.“

„Echt nicht?“, hatte ich sie verblüfft gefragt.

Sie schüttelte den Kopf: „Ich habe gedacht, es wird sehr langweilig. Ich habe dich nur hierher begleitet, weil du dir das gewünscht hast. Aber es ist gar nicht langweilig. Es ist wunderschön!“

Erleichtert lächelte ich sie an. Ihre Begeisterung für das Ballett machte diesen Abend für mich noch viel schöner, als er ohnehin schon war. Es bereicherte und freute mich riesig, dass ich meiner Mutter mit meinem Lebensziel hatte anstecken können. Ohne meine Aufforderung, mich zum Ballett zu begleiten, hätte sich meine Mutter etwas Tolles entgehen lassen. Sie wäre nie in den Genuss gekommen.

TIPP: In meinem Buch „Löffle dein Leben“ erzähle ich dir, wie ich einige Ziele zusammen mit meiner Seelenfreundin erreicht habe – und wie diese Ziele unsere Verbindung gestärkt und verändert haben.

Löffelliste gemeinsam erleben – eine echte Win-Win-Situation für alle

Das Ballett „Schwanensee“ in Bad Orb

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es zwar auch schön sein kann, ein Lebensziel von der Löffelliste auf eigene Faust zu erreichen. Zum Beispiel habe ich mir nach der Ballettaufführung das Ziel gesetzt, eines Tages ein Spagat zu können. Bisher hat es noch nicht ganz geklappt. Immer wieder, wenn ich anfange zu üben, komme ich nicht komplett auf den Boden und gebe irgendwann frustriert auf. Ich weiß, dass dieses Lebensziel nur ich alleine schaffen kann. Und eines Tages werde ich es auch schaffen. Da bin ich mir sicher.

Aber es kann auch sehr bereichernd sein, wenn du dir ein Lebensziel setzt, das du mit anderen Menschen teilen kannst. Und vielleicht schaffst du es auch, andere Menschen für etwas zu begeistern, was sie vorher für unmöglich gehalten haben. So, wie meine Mutter nie geglaubt hätte, dass sie für das Ballett zu begeistern gewesen wäre.

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